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Maximalismus schadet dem Klang

Das volle Hörspektrum!

28. Februar 2026

Die meisten wissen, dass das Hörspektrum von 16–20 Hz bis 20.000 Hz (20 kHz) reicht. Bei manchen ist es breiter, bei anderen wird ein Teil des Spektrums eher gefühlt als gehört.

Der häufigste Fehler beim Equalisieren ist das Streben nach einem möglichst breiten Frequenzbereich. Gut, dass es Hardwaregrenzen gibt - sonst würden wir Bereiche von minus bis plus unendlich sehen (für einen Maximalisten ist wahrscheinlich sogar unendlich noch zu wenig).

Selbst die hochwertigsten und leistungsstärksten Anlagen sollten nach unten auf etwa 30–40 Hz begrenzt werden, da diese Frequenzen am energieintensivsten sind und unangenehme, übelkeitserregende Empfindungen erzeugen können - besonders bei langen Sessions und besonders bei älteren Zuhörern.

In kleineren Räumen - wo der Bass anders wahrgenommen wird - kann man bedenkenlos bis 50–60 Hz beschneiden (der Hochpassfilter lässt sich immer etwas nach unten verschieben, wenn der Bass zu dünn wirkt).

Was die oberen Frequenzen betrifft - die sogenannten Brilliance-Frequenzen - war es für mich persönlich eine Entdeckung: In 90% der Fälle erzeugen sie Spannung, ohne jede nützliche Information zu tragen. Über 16 kHz kann man im Live-Bereich bedenkenlos schneiden; ich setze meinen Cut normalerweise bei 11 kHz - der Mix profitiert nur davon. Moderne Aufnahmen werden oft mit einem Rolloff über 8 kHz equalisiert, was mir zu radikal erscheint, obwohl ich zugeben muss: die Stimmverständlichkeit und Instrumentenklarheit ist dort hervorragend.

Das Fazit: Vom gesamten Hörspektrum brauchen wir nur die Hälfte - das System hört auf zu keuchen, und solche Einschränkungen verbessern zudem die Klangdeutlichkeit. Minimalismus ist beim Klang weit anwendbarer als Maximalismus. Manchmal überschätzen wir uns und glauben, unsere subjektive Wahrnehmung sei genau das, was Tausende von Zuhörern hören wollen - aber meistens ist das nicht so. Es gilt viele Faktoren zu berücksichtigen, darunter auch die Altersmerkmale des Publikums.

Was meinen Sie - steckt da etwas drin?

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